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WELCHES HAUSTIER SOLL ICH MEINEN KINDERN SCHENKEN?

Sie sind nicht nur zu Weihnachten und Geburtstagen ein Geschenk, sondern auch insbesondere dann, wenn der eigene Nachwuchs sich ein wenig einsam fühlt: Haustiere. Doch die Auswahl des richtigen Tieres ist dabei nicht gerade einfach, denn nicht für jede Altersklasse sind alle kleinen Begleiter auch gut geeignet. Zudem müssen Tier und Temperament des Sprösslings auch zueinander passen, sonst sind Katastrophen vorprogrammiert. Um also Fauxpas zu vermeiden, dem Kind eine Freude zu machen und zugleich Verantwortung für das Wohl des Tieres zu übernehmen, bedarf es einigen Wissens zu den Tieren. Dieser Ratgeber zeigt, mit welchen Tieren man den Kleinen eine Freude macht und gleichzeitig sicherstellt, dass es diesen in ihrer Obhut gut geht.

Wann sollte man seinem Kind überhaupt ein Haustier schenken?

Aber zunächst muss man natürlich erst einmal die Frage klären, ob ein Haustier überhaupt in Frage kommt. Dabei ist es auch nicht von allzu großer Relevanz, ob sich der Nachwuchs ein Haustier wünscht. Das mag zwar hart klingen, aber schlussendlich kann man nicht einfach Lebewesen verschenken, wenn die Kleinen gar nicht im Stande sind, die Verantwortung für sie zu übernehmen. Das heißt: Erst, wenn man das Gefühl hat, dass der Sohn oder die Tochter dazu im Stande ist, kann man guten Gewissens zur Tierhandlung gehen.

Für Kleinstkinder zum Beispiel ist es schon rein entwicklungstechnisch noch gar nicht möglich, sich richtig um die Tiere zu sorgen, weil sie die kognitiven Fähigkeiten noch nicht ausreichend entwickelt haben. Hierbei empfiehlt es sich, wissenschaftliche Erkenntnisse wie zum Beispiel Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung einzusetzen, um nicht im Trüben zu fischen. Denn natürlich kennt man selbst seinen Nachwuchs am besten, aber es kann nicht schaden, ein wenig wissenschaftliche Unterstützung in der Einschätzung seiner Entwicklung zu haben. Entweder verbietet sich die Anschaffung eines Tieres dann ganz, ansonsten muss man abwägen, welches Tier für die Kinder geeignet ist und danach, wie viel Pflege und Sorge es braucht. Die Gegenperspektive muss man allerdings auch einnehmen. Denn manche Tiere können aus unterschiedlichen Gründen auch für die Kinder zur Gefahr werden.

Bild: Mit einem höheren Aufwand an Pflege sollte das Halten von Kaninchen eine entsprechende Überlegung wert sein.
Bild: Mit einem höheren Aufwand an Pflege sollte das Halten von Kaninchen eine entsprechende Überlegung wert sein.


Vorab mit dem Kind sprechen

Ganz egal, welches Haustier es sein soll: Vorher ist unbedingt ein Gespräch mit dem Nachwuchs zu führen. Natürlich freut er sich darüber, dass er einen Partner zum Spielen bekommt. Aus diesem Grunde sollte man das ernsthafte Gespräch nicht im Moment der Freude suchen, sondern nach Möglichkeit danach, wenn die erste Euphorie schon wieder abgeklungen ist. Das hat den großen Vorteil, dass das Kind wesentlich fokussierter ist auf die Inhalte, die man eigentlich zum Ausdruck bringen wollte.

Dass die Botschaft ankommt, ist äußerst wichtig. Denn es geht letztendlich darum, dass das Kind verstehen muss, dass es selbst die Verantwortung über ein Lebewesen übernimmt. Egal, welches Haustier Kinder letztendlich bekommen oder sich wünschen, sie müssen vollumfänglich begreifen, dass sie eine Premiere in ihrem Leben feiern und zum ersten Mal für das Wohlergehen eines anderen Wesens als sich selbst zuständig sind. Man muss den Kindern dabei nahebringen, was das alles bedeutet: Sie müssen die Tiere selbstständig füttern, sie im Krankheitsfall pflegen und sich auch dann noch täglich mit ihnen beschäftigen, wenn sich die erste Freude verflüchtigt hat. Im Optimalfall sollten Kinder über diese Tatsachen reflektieren und sich erst einige Tage Gedanken machen, bevor man über ihr Wunschtier spricht.

Was dieses Wunschtier angeht, muss klar sein, dass die Eltern die letztendliche Entscheidung treffen und nicht der Sprössling. Schließlich müssen sie im Fall der Fälle auch Sorge für das Tier tragen, wenn die Kinder es vernachlässigen.

Welches Haustier passt zu meinem Kind?

Nun bleibt nach wie vor die Frage offen, welche Haustiere besonders geeignet für die Kinder sind. Kaninchen sind nicht unbedingt geeignet. Denn sie mögen keinen Lärm und sind deshalb nicht so besonders für sehr aktive Kinder geeignet. Lieber ist es ihnen, wenn sie von sich aus kommen können und entscheiden, wann sie für körperliche Zuneigung zu haben sind und wann nicht. Allerdings kann man das auch als Vorteil werten, denn wenn sich die Kids darauf einlassen, lernen sie auch etwas für den Umgang mit anderen Menschen: Denn selbst, wenn es sich um ihre Liebsten handelt müssen sie lernen, dass auch Menschen nicht immer Lust haben, sich mit ihnen zu befassen, wenn sie es wollen. Ein Kaninchen zu haben bedeutet also auch, sich auf es einzustellen. Denn man muss erst ihr Vertrauen gewinnen, indem man sie gut behandelt. Perfekt, um Sozialkompetenz zu erwerben. Selbstverständlich brauchen aber auch sie Pflege und müssen versorgt werden.

Als ein ideales Haustier gelten Meerschweinchen. Nichtdestotrotz sollte eine elterliche Anleitung erfolgen, wenn man sich für den Kauf eines solchen Tieres entscheidet. Sie sind sehr schreckhaft und mögen es nicht, wenn sie hochgehoben werden. Genau wie bei den Kaninchen sollte man langsam ihr Vertrauen gewinnen und erst dann den Körperkontakt mit ihnen suchen. Genau wie Kaninchen sollte man sie paarweise halten und ihnen genug Platz einräumen.

Für Kinder, die sich nicht allzu lange an ein Tier binden können oder wollen, ist der Kauf einer Maus vielleicht richtig. Denn die Tiere leben nur bis maximal zwei Jahre, sind schnell zahm, lassen sich dann relativ gern berühren und schätzen Körperkontakt. Weiterhin braucht sie aber unbedingt viel Zuneigung und Pflege, sonst wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach keine zwei Jahre alt werden.

Hunde und Katzen

Hunde und Katzen erfordern hingegen einen Willen zur langfristigen Bindung. Nicht nur das: Die Haltung von Hunden kann besonders für kleinere Kinder eine völlige Überforderung darstellen. Denn die Vierbeiner haben nicht nur einen eigenen Willen und setzen diesen auch durch, sondern müssen Respekt vor ihren Besitzern meistens erst lernen. Ist ihr Besitzer aber noch sehr klein, werden sie wohl kaum begreifen, warum sie dessen Willen folgen sollen. Zum Hundekauf ist also erst ab einem gewissen Alter zu raten, insofern die Aufsicht des Hundes tatsächlich vom Kind selber erfolgen soll.

Ist das Kind allerdings in einem gewissen Alter, können Hunde sehr gute Begleiter sein. Denn sind sie einmal loyal, verteidigen sie es und machen keinerlei Anstalten, jemals wieder von seiner Seite zu weichen. Dadurch, dass sie ihre Runde Gassi so oft brauchen, bewegt sich das Kind gleich mehr an der frischen Luft. Also freuen sich die Eltern gleich über den positiven erzieherischen Effekt, den die Verbeiner mit sich bringen können.

Allerdings sollte man vor dem Kauf eines Hundes ein paar Aspekte abklären. Zuerst ist fraglich, ob man lieber beim Züchter oder in einem Tierheim nach dem passenden Vierbeiner sucht. Denn je nachdem können die Hunde dann in ihrer Herkunft und Rasse besser zurückverfolgt werden. Doch fraglich ist ohnehin, ob es für den Käufer eine gezielte Rasse sein muss oder vielleicht eine Mischung sogar besser ist. Beide Optionen haben je nach Wünschen Vor- und Nachteile. Gerade für Menschen, die stark unter Allergien leiden, empfehlen sich bestimmte Kreuzungen ganz besonders.

Bild: Sofern eine langfristige Bindung angestrebt ist, kann auch über die Anschaffung einer Katze nachgedacht werden.
Bild: Sofern eine langfristige Bindung angestrebt ist, kann auch über die Anschaffung einer Katze nachgedacht werden.


Was Katzen angeht, so sind diese im Gegensatz zu den Hunden nicht unbedingt die besten Freunde des Menschen, sondern gehen auch gern ihre eigenen Wege. Verhält man sich nicht nach ihrem Gutdünken, können Katzen durchaus einmal die Krallen ausfahren und auf diese Weise ihren Protest ausdrücken. Allerdings berichten immer wieder Menschen davon, dass die Tiere es zu spüren scheinen, wenn es ihnen nicht gut geht und sogar versuchen, sie zu trösten. Katzen sind wesentlich eigenständiger als Hunde und benötigen kein Gassi. In aller Regel aber eine strikte Erziehung und viel Zeit an frischer Luft. Dann ist auch mit ihnen ganz klar ein harmonisches Zusammenleben möglich.

Schwierig ist es übrigens, wenn das Kind später kommt als die Tiere: Nicht selten zeigen sowohl Hunde als auch Katzen ein extrem eifersüchtiges Verhalten, von dem sie nur schwer wieder loslassen.

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