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10 DINGE, DIE SIE NOCH NICHT ÜBER DAS INTERNET WUSSTEN

Es gibt Dinge, die selbst vermeintliche Internetsüchtige noch zum Staunen bringen können. Wussten Sie zum Beispiel, dass der Gebrauch des Internets Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann?

Ohne das Internet könnten die meisten Menschen heute nicht mehr leben – alleine schon, weil für viele Berufe ein internetfähiger PC zur Grundausstattung am Arbeitsplatz gehört. Doch obwohl wir uns täglich mitunter mehrere Stunden im Web aufhalten, gibt es Dinge, die uns immer wieder staunen lassen. Über plötzlich auftauchende, personalisierte Werbung, wundert sich schon kaum noch jemand. Aber welche Dinge gehen noch so im Internet vor sich, von denen der normale User nichts weiß? Was wird mit unseren Daten noch alles gemacht, welche Unternehmen verfolgen welche Pläne, wie kann man sich schützen und vor allem, warum ist es wichtig, dass man sich mit dem Internet noch mehr vertraut macht?

Große Unternehmen und ihre Pläne

  1. Google an sich ist kein „böser“ Konzern. Der technosoziale Fortschritt jedoch, dem auch Google ausgeliefert ist, ist unerbittlich und umwälzend. Er ist eine Goldgrube für die Börse und für schmutzige Geschäfte mit den Daten von unwissenden Internetnutzern. Da Google ebenfalls stark börsenorientiert ist, kritisieren Medienexperten, wie Sascha Lobo, die umfassende digitale Infrastruktur, die derartige Unternehmen versuchen aufzubauen. Dabei stehen nicht etwa das gesellschaftliche Wohlergehen im Vordergrund, sondern Aktionärswünsche.

  2. Apple – so groß der Konzern auch sein mag – und das Internet verstehen sich noch gar nicht so wirklich gut. Denn die Hermetik, die der Konzern in seiner eigenen kleinen Welt geschaffen hat, garantiert ihm zwar die Vorteile seiner Produkte, nämlich Minimalismus, Eleganz, Schlichtheit und Sicherheit. Diese Leitmotive konnte Apple allerdings noch nicht wirklich in das moderne Internet übertragen: sei es eine stabile Cloud oder gar soziale Vernetzung. Das Unternehmen hat sich ein digitales Ökosystem aufgebaut, das aus Hardware, Konsumplattformen und Betriebssystemen besteht. Die Nutzprogramme von Apple jedoch sind häufig dysfunktional und werden von vielen Nutzern als Zumutung empfunden. Möchte sich Apple mehr in Richtung Internet bewegen, wird der Konzern wohl oder übel ein entsprechendes Unternehmen zukaufen müssen. Infrage kämen etwa Twitter, Soundcloud oder auch Dropbox.

  3. Bereits seit Jahren vertrauen die meisten Internetnutzer ihre Daten – ihr, mitunter wirtschaftlich wertvollstes Gut – einer der vielen Cloudanwendungen an. Die wenigsten Menschen aber sind sich darüber bewusst, dass ein Cloudkonto ähnliche Bedeutung hat, wie ein Bankkonto. Der Unterschied: Ein Cloudkonto besteht aus einem Datum und einer Zahl auf einem Server, der einem nicht selbst gehört und von dem man meist nicht weiß, an welchem Ort er sich befindet. Wer eine Cloud nutzt, muss den Betreibern des Servers also in ähnlichem Maße Vertrauen schenken, wie einer Bank. Die Sicherheit sollte also großgeschrieben werden und die Möglichkeit einer persönlich kontrollierten Rückfallebene bestehen.

    Vom Surfen, Downloaden und von Suchmaschinen

  4. Suchmaschinen gehören in der Regel zur Internetnutzung dazu, wie die Schale zum Ei. fotolia.de ©ktsdesign (#94982000)
    Suchmaschinen gehören in der Regel zur Internetnutzung dazu, wie die Schale zum Ei. fotolia.de ©ktsdesign (#94982000)
  5. Suchmaschinen werden immer intelligenter und können zukünftig künstliche Intelligenz geschickt nutzen, um Dinge und Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Suchmaschine „Yewno“ beispielsweise lernt ähnlich wie ein Kind: je mehr sie liest, je mehr wissenschaftliche Literatur sie also beispielsweise durchforsten und analysieren kann und zur Verfügung gestellt bekommt, desto mehr versteht sie. Yewno wird in München ergänzend zum Bibliothekskatalog der Bayerischen Staatsbibliothek angeboten und ist damit nur ein kleines Beispiel, dem aber größere und internationale Internetsuchmaschinen nachfolgen könnten.

  6. Je intelligenter die Suchmaschinen werden, desto selbständiger können Sie Wissen aufnehmen, einordnen und Benutzern wieder zur Verfügung stellen. Allerdings wächst damit auch die Gefahr, dass Informationen, die man als Benutzer im Web hinterlässt, ebenso schnell eingeordnet und Suchmaschinenanbietern zur Verfügung gestellt werden. Den wenigsten Menschen ist ständig bewusst, dass beim Benutzen eines Browsers nicht nur die IP-Adresse, sondern auch die genauen Informationen über besuchte Websites, den Standort des Gerätes, also beispielsweise des PCs oder Smartphones sowie das Betriebssystem und die Browserversion übermittelt werden. Wer eine möglichst kleine Datenspur im Netz hinterlassen will, der muss eine Reihe von Punkten beachten, um anonym und sicher im Internet unterwegs zu sein. Hierzu gehören zum Beispiel das regelmäßige Löschen des Browserverlaufs und die Verschlüsselung der eigenen IP.

  7. heruntergeladen werden dürfen, wenn der Urheber ausdrücklich zugestimmt hat. Dass aber auch eine Straftat besteht, wenn beispielsweise ein selbstgedrehtes Filmchen von einem Konzert auf eine Videoplattform wie YouTube geladen wird, ist Vielen nicht bewusst. Denn der Künstler hat im jeweiligen Fall immer die Exklusivrechte an seinem Konzert.

    Ebenfalls gegen das Urheberrecht verstößt, wer fremdes Bildmaterial, wie beispielsweise das Bild seiner Lieblingscomicfigur, das kurzum von irgendeiner Website heruntergeladen wurde, als Profilbild in sozialen Netzwerken, wie Facebook verwendet.

    Kuriositäten und Mysterien des Webs

  8. Die Kryptowährung Bitcoin gewinnt immer mehr an Bedeutung und an Wert. Fast alle haben inzwischen über diverse Medien vom Bitcoin und ähnlichen, ihm nachfolgenden, digitalen Währungen gehört. Aber wer zeichnet eigentlich für die Existenz des
    Bitcoins sind die neue heiße Investitionsmöglichkeit. Aber wer hat den Bitcoin eigentlich erfunden? fotolia.de ©REDPIXEL (#174961685)
    Bitcoins sind die neue heiße Investitionsmöglichkeit. Aber wer hat den Bitcoin eigentlich erfunden? fotolia.de ©REDPIXEL (#174961685)
    sagenumwobenen Bitcoins verantwortlich? Auf diese Frage gibt es keine sichere Antwort. Es wird spekuliert: lange Zeit hieß es, der Japaner Satoshi Sakamoto habe den Bitcoin erfunden, schweige nun aber dazu und halte sich aus der öffentlichen Debatte heraus. Der Name könnte allerdings genauso gut ein Pseudonym sein und von den eigentlichen Urhebern ablenken. Der Australier Craig Wright etwa erklärte Mitte 2016, dass er der eigentliche Erfinder der bekanntesten Kryptowährung sei. Hinweise dazu gab es bereits im Dezember 2015, als sowohl ein Journalist von Wired, als auch einer von Gizmodo unabhängig voneinander Recherchen veröffentlichen, in denen sich Verweise auf Craig Wright fanden. Absolut sicher ist bis heute allerdings immer noch nicht, ob Wright und Sakamoto wirklich ein und dieselbe Person sind.

  9. Einer der Reize einer wirklich guten Parodie und Satire liegt darin, dass oft nicht auf den ersten Blick erkenntlich ist, ob es sich wirklich um eine Parodie oder um originalen Inhalt handelt. Die Website „Der Postillon“ beispielsweise imitiert klassische Tageszeitungen und schreibt tagespolitische Texte, die allerdings vollkommen satirisch und humorvoll gestaltet sind. Dennoch fallen immer wieder einige neue Leser auf die Texte rein. Wer nun bei Twitter einen Parodie-Account erstellen möchte und beispielsweise im Namen eines Prominenten oder einer Institution schreibt, die mit dem Account gar nichts zu tun hat, muss diesen ausdrücklich als Fakeaccount kennzeichnen. Ansonsten ist das Ganze illegal und es könnten Klagen hageln. Verstehe einer die Internetgesetze…

  10. Das Internet ist der beste Nährboden für allerlei schräge Trends und Hypes und viele davon bekommen die meisten Internetnutzer gar nicht mit. Chuck Norris Sprüche und Witze sind fast allen bekannt – auch sie konnten erst durch die virale Verbreitung im Netz eine derartige Popularität erlangen. Ein Trend, der aber vor allem in Australien für eine Menge Aufsehen und Aufregung sorgte, war das zwischen 2010 und 2013 besonders beliebte „Planking“. Menschen legten sich, durchgestreckt wie ein Brett, möglichst an außergewöhnlichen orten, auf irgendwelche Gegenstände und ließen ein Bild von sich machen. Dieses wurde dann auf diverse Kanäle, wie Instagram oder Facebook geladen. Sinnlos und seltsam? Definitiv. Und gefährlich noch dazu: 2011 gab es sogar ein Todesopfer, das versuchte, betrunken auf einem Balkongeländer zu „planken“. Trifft die Schuld nun den waghalsigen Planker selbst oder das Internet, seine User und die seltsamen, sich verselbständigenden Prozesse?

  11. Wenn man denkt, schon allerlei Kurioses über das Internet zu wissen und sich am Ende vornimmt, weniger Zeit in diesem immer noch ungebändigten Reich zu verbringen, um gesund zu bleiben, erfährt man plötzlich, dass genau das ein Fehler sein könnte. Denn Menschen, die eine problematisch hohe Internet-Nutzung per Smartphone oder Computer aufweisen, könnten in Panik geraten, wenn sie längere Zeit offline sind. Eine Studie aus Großbritannien wies nach, dass Herzrate und Blutdruck direkt nach dem Ende einer Internet-Session in manchen Fällen sogar u das Doppelte anstiegen. Die Forscher mutmaßen, dass die Beschäftigung mit digitalen Geräten bei vielen Menschen dazu diene, sich abzulenken und unangenehme Gefühle zu reduzieren. Wir raten dennoch: lieber mal etwas weniger im Web hängen und stattdessen vielleicht einmal eine Runde Joggen gehen, mit Freunden spannende Events in der Region besuchen oder meditieren, um Stress und Sorgen abzubauen.