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Immobilienfinanzierungen - Diese 3 wichtigen Änderungen sollten Sie kennen

Immobilienfinanzierungen - Diese 3 wichtigen Änderungen sollten Sie kennen
Die Finanzierung einer Immobilie stellt die Bauherren immer wieder vor eine Herausforderung. Dies liegt aber nicht nur an der hohen Summe, die dort bisweilen aufgebracht werden muss. Auf der anderen Seite obliegt ein solches Vorhaben natürlich zahlreichen Auflagen, die sich auch im Jahr 2016 wieder einmal geändert haben. Drei Änderungen sind dabei von großer Bedeutung und sollten in die Finanzierung eingerechnet werden.

1. Neue Gesetze zu Energie und Heizung

Für Bauherren ist es vor diesem Hintergrund von großer Bedeutung, sich selbst damit zu befassen, wie entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können, um am Ende selbst zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen. Zunächst ist es daher wichtig, einen Blick auf die aktuellen Änderungen zu werfen. So wurden im Rahmen des Umweltschutzes die Regelungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) noch einmal deutlich verschärft. Dies betrifft von nun an alle Bauherren, bei denen der Baubeginn nach dem 1. Januar 2016 geschehen ist. Einmal wurde der maximale Primärenergiebedarf noch einmal klar beschränkt. Dies ist die Summe der Energie, die zum einen in der verwendeten Heizenergie selbst steckt. Hinzu kommen dann aber noch Kosten für den Transport und die Gewinnung der Energieträger, bis sie schließlich zum Heizen eingesetzt werden können. Diese Grenze wurde nun noch einmal um 25 Prozent nach unten gesetzt, weshalb Neubauten von nun an recht effizient sein müssen, um überhaupt noch die aktuell gültigen Standards auf dem Markt erfüllen zu können. Zugleich betrifft dies den Wärmeverlust, der bei den Gebäudehüllen vorhanden ist. Im Vergleich zu den vorherigen Regelungen muss dieser ab dem Jahr 2016 noch einmal um 20 Prozent nach unten gesenkt werden.

Tatsächlich müssen diese Maßnahmen unbedingt schon von Anfang an mit in die eigenen Berechnungen einbezogen werden. Denn häufig ist es nur über zusätzliche Elemente und Dämmungen im Bau möglich, überhaupt diese Bestimmungen zu erreichen. Für die Zeit der Finanzierung der Immobilie bedeutet dies, dass zunächst einmal ein kleiner Mehraufwand an Kosten vorhanden ist. Dieser sollte sich aber im Laufe der Jahre wieder zurückzahlen, da sich die Kosten für die Heizung des Gebäudes dadurch noch einmal aktiv reduzieren. Das Kapital, welches in der Zeit des Baus aufgewendet werden muss, sollten die Bauherren dafür aber auch erst einmal beschaffen. Wie genau diese zu stemmen sind, lässt sich beispielsweise auf baufi24.de klären. Dort wird dargestellt, welche Faktoren nun genau in die Entscheidung mit einfließen müssen.

Gleichzeitig haben die Änderungen bei den gültigen Energiestandards einen ganz klaren Einfluss auf die Fördergelder, die bisher viele Bauherren für sich in Anspruch nehmen konnten. Die staatliche KfW sorgte dafür, dass eine Bezuschussung einer besonders umweltfreundlichen und energiesparenden Bauweise noch mehr Bürger dazu veranlasste, der Umwelt hier einen wichtigen Beitrag zu leisten. Seit dem 1. Januar 2016 ist es nun aber nicht mehr möglich, mit dem KfW-Effizienzhaus 70 an die gewünschten Fördermittel zu kommen. Dieses wurde bereits vor einiger Zeit komplett aus dem Vertrag gestrichen. Denn seit die Standards durch den Bund erhöht wurden, erfüllt es nur noch die gesetzlichen Mindestanforderungen.

2. Neue Regelungen der Kreditvergabe

Auf der anderen Seite geht es an der Stelle natürlich um die veränderte Vergabe der Kredite durch die Banken. Da es besonders Menschen, die noch keine lange Berufserfahrung haben, oder auf einer selbstständigen Basis arbeiten, dort sehr schwer haben, ist die Wahl des richtigen Anbieters im Vorfeld von nun an noch wichtiger. Es lohnt sich definitiv, bei der Finanzierung der eigenen Immobilie noch einmal genau hinzuschauen, um ein passendes Angebot entdecken zu können. Ansonsten ist es sehr gut möglich, dass der Kreditgeber von einem höheren Risiko seinerseits spricht, welches er sich über einen höheren Basiszinssatz dementsprechend auch über die nächsten Jahrzehnte hinweg gebührend zahlen lässt.

Auch in Bezug auf die Kredite, die für den Bau einer Immobilie aufgenommen werden müssen, gibt es nun eine neue Herangehensweise. Die EU-Richtlinie zu Wohnimmobilienkrediten soll nun auch in Deutschland im Jahr 2016 Stück für Stück umgesetzt werden, was einige Änderungen mit sich bringt. Dabei steht unter anderem eine genauere Überprüfung der finanziellen Lage der Kunden im Fokus, bevor diese das Geld für den Bau ausgezahlt bekommen. Besonders Selbstständige oder junge Familien könnten es von nun an noch schwerer haben, ihrerseits einen passenden Kredit zu finden. Dies liegt an dem höheren Risiko, welches in diesem Fall auf der Seite der Bank zu finden ist, was sich diese ihrerseits wieder gut bezahlen lässt. Die neuen Überprüfungen werden damit auch mit Sicherheit zu einer Abweisung verschiedener Kunden führen, welche die Bestimmungen für die Vergabe eines Immobilienkredits nicht erfüllen.

Das offizielle Ziel, welches sich hinter der neuen Regelung verbirgt, ist der bessere Schutz der Verbraucher. Experten sind aber der Meinung, dass vielmehr die bessere Regulierung des Marktes im Fokus der Politik steht. Denn bereits im Jahr 2008 waren es die Kredite für Immobilien, welche in den USA für das Auslösen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise verantwortlich waren. Dort wurden zu viele Kredite an Menschen vergeben, die nicht die finanziellen Voraussetzungen für die spätere Begleichung der Schulden hatten. Dementsprechend sorgte die Zahlungsunfähigkeit vieler Bauherren dafür, dass ein völliges Chaos auf dem Finanzmarkt ausbrach. Eine bessere Kontrolle der finanziellen Verhältnisse der Bauherren könnte in dieser Beziehung eine prophylaktische Maßnahme sein, um am Ende mit einer stabilen Wirtschaft agieren zu können.

3. Änderungen im Bauvertragsrecht - Mehr Schutz für die Bauherren?

Nach dem neuen Bauvertragsrecht, welches auf den Weg gebracht wurde, sollen Käufer und Bauherren nun noch mehr Schutz genießen dürfen. Verschiedene neue Klauseln sorgen nun dafür, dass dieser Partei noch mehr Rechte eingeräumt werden, als dies bislang noch der Fall war. Dazu zählt unter anderem ein Widerrufsrecht für Bauverträge, das es bislang noch nicht gegeben hatte. Hinzu kommt die gesetzliche Baubeschreibungspflicht, welche bis dato noch keinen Bestand hatte. Am wichtigsten erscheint dabei die Angabe für den Fertigstellungstermin eines Baus zu sein, die nun mit in den Vertrag integriert worden ist. Im Grunde genommen laufen diese Maßnahmen alle darauf hinaus, die Käufer oder Bauherren noch konsequenter zu schützen und sie auch finanziell abzusichern, falls Schwierigkeiten beim Bau auftreten sollten.

Welche Auswirkungen sind nun zu erwarten?

Am Ende handelt es sich um sehr unterschiedliche Maßnahmen und Änderungen, die nun im Jahr 2016 auf den Weg gebracht wurden. Für Bauherren sind aber bezüglich der Finanzierung vor allem die Änderungen der Energiestandards von Bedeutung. Denn während für ein Haus im Jahr 2015 beispielsweise noch 5.000 Euro an Fördergeldern kassiert werden konnten, ist dies ab dem Jahr 2016 nur noch ein Mindeststandard, der kein zusätzliches Kapital einbringen kann. Dementsprechend kann sich das Kapital, welches ursprünglich für den gesamten Bau eingerechnet wurde, bereits durch diese Änderung mitunter entscheidend reduzieren.