Anfang der 90er rief Michael Cretu das Projekt Enigma ins Leben. Die ersten großen Hits: "Sadness Part One" und "Return To Innocence". Sein Erfolgsrezept: Er ist ein Querdenker. Seine Musik ist alles, nur kein Mainstream.
Im BB RADIO Interview verriet er: " Je querdenkerischer ich handel, umso erfolgreicher bin ich".
Das ist deutlich hörbar auf dem aktuellen Enigma Album "A Posteriori". Wobei der Begriff "Album“"eigentlich nicht das richtige Wort ist. "Meisterwerk" passt schon eher. "Ich mache Filmmusik ohne Film. Jeder, der das Album hört, assoziiert in seiner Phantasie etwas mit den Liedern. Die Hörer sollten sich Ruhe für meine Platte nehmen. Es gibt keine Pausen auf den Platten. Ein Album ist für mich wie ein Buch. Wenn man aus einem Buch ein Kapitel herausreißt, weiß man auch nicht mehr, worum es geht".
Wer "A Posteriori" ohne Vorwissen hört, dem wird kaum auffallen, dass die Sänger auf dem Album eigentlich gar keine Sänger sind. "Die Stimmen und die Melodien sind künstlich erzeugte Stimmen, bis auf die Parts, in denen mit Text gesungen wird. Das ist dann meine Stimme".
Produziert hat Michael Cretu das Album in seinem Studio auf Ibiza. Wer glaubt, die Sonne auf der Baleareninsel inspiriert ihn, irrt. "Ich brauche, um Musik zu machen, Ruhe und Abgeschiedenheit. Deshalb arbeite ich nachts. Da klingelt kein Telefon, da kommt keine Sekretärin, da bin ich ungestört".
Auf ein Konzert von Enigma werden die Fans auch in naher Zukunft vergeblich warten. "Es gibt mir nichts, auf der Bühne zu stehen. Tourneen brauchen viel Zeit. Diese Zeit nutze ich lieber für neue Alben. Wenn ich mal ein Konzert gebe, dann muss es so bombastisch sein, dass selbst Michael Jackson vor Neid erblasst! Vielleicht als Abschluss am Ende von Enigma".
Aufs Abschlusskonzert werden wir aber hoffentlich noch lange warten müssen. Michael Cretu bezeichnet sich selbst als "kleinen Daniel Düsentrie", der immer Neues ausprobieren muss. Und wer Daniel Düsentrieb kennt, weiß, da wird noch viel Neues kommen.
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