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CD Check: Simple Minds - "Graffiti Soul"
 

Simple Minds – "Graffiti Soul"

2008 feierten die Simple Minds ihr 30. Band-Jubiläum mit einer ausgedehnten Stadion-Tournee durch ganz Europa – jetzt präsentieren sie ihren Fans das inzwischen 15. Studioalbum und kehren damit zu ihren Wurzeln zurück. "Graffiti Soul" nahmen sie in den "Rockfield Studios" auf, dort wo schon 1979 ihre zweite Platte "Real To Real Cacophony" und 1980 ihre dritte Platte "Empires And Dance" entstanden. Sänger Jim Kerr zog sogar für einige Zeit ganz zurück ins schottische Glasgow, wo die Band einst gegründet wurde. Zurück zu den Anfängen - so sollte das Album auch klingen: ein Vollblut-Album, dem man nicht anmerkt, dass sie schon jahrzehntelang im Geschäft sind. Das Kunststück ist Simple Minds fast gelungen – "Graffiti Soul" hat einen frischen Sound und ist voller Energie, ist musikalisch aber so ausgefeilt instrumentiert, dass sie ihre Erfahrung nicht verleugnen können.

Hervorgegangen aus der Punk-Band "Johnny And Self Abusers" starteten Simple Minds 1978 ihre Karriere. Der internationale Durchbruch gelang ihnen 1985 mit der Hit-Single "Don’t You (Forget About Me)" aus dem Film "The Breakfast Club". Mit dem Album "Street Fighting Years" (1989) waren sie auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Wie U2 nutzten die Simple Minds ihren Erfolg immer wieder, um auf soziale Missstände oder politische Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen. Sie traten z.B. 1985 beim Live Aid-Konzert und später bei den Konzerten für Nelson Mandela auf – so auch 2008 zum 90. Geburtstag des Friedensnobelpreisträgers, für den sie sogar einen Song geschrieben haben: "Mandela Day".

Die Alben der 90er Jahre erreichten zwar nicht mehr die Popularität der LPs aus den 1980er Jahren, aber auf ihren ausgedehnten Tourneen spielten Simple Minds vor ausverkauften Häusern – und das bis heute, auch wenn mit Charlie Burchill und Jim Kerr nur noch zwei Gründungsmitglieder dabei sind.

"Graffiti Soul" – das ist feinster Poprock. Das Album ist durchdacht und aufwendig arrangiert, wirkt dabei aber nicht kopflastig oder überladen. Unterschiedliche Gitarrensounds, satte Bässe und atmosphärische Keyboard-Sounds prägen die zehn neuen Songs, die sich alle um die große Suche, das Reisen, Abschiede und Wiedersehen drehen. Mit der ersten Single "Rockets" ist den Simple Minds eine ansteckende Pop-Hymne gelungen, ausgestattet mit großen Melodien und eingängigem Gesang. Der Opener "Moscow Underground" ist ein düsteres, treibendes Stück, während "Blood Type O" richtig Groove hat. Zum Abschluss covern sie Neil Youngs Hymne "Rockin’ In The Free World" – das einzige Hardrockstück der Platte, die alte und neue Fans gleichermaßen begeistern dürfte.

Anspieltipps:

"Stars Will Lead The Way" – Die zweite Single ist ebenfalls eine große Pop-Hymne, die davon handelt, dass die Sterne den Weg zeigen, wenn es einem mal schlecht geht.

"Kiss And Fly" – ein gewaltiges Stück, mit dem Sänger Jim Kerr zugleich beweist, dass sein Bariton auch heute noch genauso kraftvoll wie früher klingt

"Graffiti Soul" – der powervolle Titelsong lässt soundtechnisch die 80er-Jahre wieder auferstehen.



 
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